Die Geschichte Düsseldorfs als Stahlstandort ist im Bahnhof Gerresheim zu sehen.

Düsseldorf – Schreibtisch des Ruhrgebiets. Wer in den Jahren des Wirtschaftswunders an die Arbeit in der Landeshauptstadt dachte, hatte meist an Männer in Anzügen und weißen Hemden in Büros vor Augen. In Düsseldorf hatten die Stahlkonzerne und Energieunternehmen die nördlich der Stadtgrenzen Kohle förderten und Eisen zu Stahl verhütteten ihre Verwaltungssitze. „Es ist aber falsch, dass Düsseldorf nur der Schreibtisch war. Hier wurde und wird produziert. Noch immer ist Düsseldorf der zweitgrößte Industriestandort Nordrhein-Westfalens“, erläutert Historiker Peter Henkel. Zusammen mit dem Leiter des Stadtarchivs, Benedikt Mauer, hat Henkel eine Fotoausstellung zur Geschichte Düsseldorfs als Stahlstandort kuratiert. Im Bahnhof Gerresheim sind bis zum 4. November 52 historische Aufnahmen zwischen 1890 und 1960 zu sehen. Öffnungszeiten sind Mittwoch und Freitag von 16 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr.

Zu sehen sind aussagekräftige schwarz-weiß-Fotografien von Verwaltungsgebäuden, Werkshallen, Luftbilder, Menschen in ihrer Arbeit und Umgebung. Firmenarchive und Teile der 50.000 Fotos umfassenden Sammlung des Stadtarchivs wurden durchforstet. Immer mit den Fragestellungen: Wo wird gearbeitet? Was wird produziert? Dabei wurden auch dunkle Bereiche wie die Munitionsproduktion während des Zweiten Weltkriegs nicht ausgespart. Weil Industrieentwicklung auch immer Stadtentwicklung ist, werden bei einigen älteren Düsseldorfern Erinnerungen wach, wie die Stadt früher aussah. Bei jüngeren wird es ungläubiges Kopfschütteln geben. Etwa wenn sie sehen, dass dort, wo jetzt das Amtsgericht und das Internationale Handelszentrum beheimatet sind, früher eine riesige Stahlfabrik stand.